7 Fragen an ... Adrian Werum, künstlerischer Leiter der Musikakademie Alteglofsheim
Adrian Werum
Was hat dich als Kind fasziniert?
Da gibt es doch Einiges: Mit Sicherheit schon die Musik, da ich unbedingt Klavier lernen wollte und mein Vater dann auch mein erster Klavierlehrer war, der gewissenhaft aufschrieb, wann ich welches Stück konnte.
Meine Leidenschaft für Müllautos hat über die Jahre doch etwas abgenommen. Aber für einige Zeit habe ich doch voller Erwartung jeden Mittwoch auf das Auftauchen der Müllabfuhr mit der aufregenden Mechanik ihrer Wagen gewartet.
Für die Eisenbahn in jeglicher Form, von Dampfloks bis Fahrpläne, interessiere ich mich noch heute, obwohl es ja heutzutage klüger ist, zumindest in Deutschland diesem Interesse aus der Ferne nachzugehen.
Weiters liebte ich die Ferienaufenthalte bei meinen Großeltern im Schwarzwald, bei denen ich stundenlang unbeaufsichtigt durch die Wiesen und Wälder streunen konnte
und mich als Wasserbauingenieur der vielen kleinen Bächlein dort versuchte.
Erst viel später erfuhr ich, daß Theodor Heuss in dem kleinen Landschloß zur Kur war und Martin Heidegger seine Sinnkrise auskurierte.
Hast du ein Ritual, mit dem du dich auf herausfordernde Aufgaben vorbereitest?
Ich bin ein sehr unritualistischer Mensch. Aber entspannend sind für mich Klavierspiel, Gottesdienst- & Kirchenbesuch sowie Meditation.
Welches Buch oder Mensch hat dich in deinem Leben weiter gebracht?
In erster Linie haben mich natürlich meine Eltern nicht nur ins Leben gebracht, sonder auch in jeder Hinsicht geprägt.
Darüber hinaus kann ich einigen Lehrern sehr dankbar sein: Ob es der Dirigent unseres Schulorchesters Georg Hartrath war, bei dem wir alle merkten, wie viel ein Dirigent bewirken kann, oder auch der Leiter der Big-Band, Charly Allgeier, der mir mit 16 Jahren die erste Gelegenheit gab, eine Big-Band zu leiten und die Arrangements aus dem Kopf heraus kreierte. Besonders aber mein Klavierlehrer Hans-Georg Lange und mein Kompositionslehrer Friedrich-Karl Wanek, die neben Disziplin und Genauigkeit mich die Wichtigkeit des Handwerks und gleichzeitig eine große Offenheit lehrten.
Nicht zu vergessen die Lehrer in allgemeinbildenden Fächern, die schon in der Grundschule individuell auf einen eingingen und einem Herausforderungen gaben, an denen ich wuchs.
Prägende Bücher sind für mich heute noch Hermann Hesses „Narziss & Goldmund“, das ich in den letzten Jahren auch vertont habe, aber auch der „Dr. Faustus“ und „Felix Krull“ von Thomas Mann. Daneben das ganze Werk Eichendorffs, der mir vielleicht auch wegen der oberschlesischen Herkunft meiner Mutter besonders nahe steht.
Erheitert in jeder Lebenslage werde ich von Heinrich Heine und Goethe.
Welche Botschaft möchtest du weiter geben?
Ich denke, jeder Mensch muß da seine eigene Botschaft finden, die am Besten zu ihm paßt. Das Orakel von Delphi mit „Erkenne Dich selbst.“ ist da natürlich ein Klassiker, den man immer ernst nehmen sollte.
Sonst liebe ich das Gedicht „Going all the way“ von Charles Bukowski als erhofftes Resümee und Ermutigung.
Welcher Ort wäre deine Wahlheimat?
Da fällt mir die Auswahl nicht so leicht:
Früher war es eine Zeit lang Wien, davor sogar Berlin. Heute wäre es neben Ligurien, wo ich die letzten Jahre wohnte, definitiv Paris und eher ferial Los Angeles oder New York.
Mit wem würdest du gerne einen Tag tauschen?
Da würde ich lieber passen. Wer weiß, was man sich da für Abgründe einhandelt. Am ehesten Johann Sebastian Bach oder Georg Friedrich Händel.
Welchen Wunsch hättest du an eine gute Fee?
Ein guter Tod zuhause im Kreis der Menschen, die ich liebe und die mich lieben.
Zusätzlich zu den 7 Fragen, quasi das übergeordnete Motto, möchte ich euch nicht vorenthalten, da ich die Antwort wunderbar finde:
Was inspiriert dich?
Die Möglichkeiten der Menschheit:
Eine Menschheit, die aus einer wilden Traube mit Geduld, Liebe und Können so etwas wie einen Rheingauer Riesling zaubern kann, kann so schlecht nicht sein.
Weitere Infos zu Adrian Werum:
Website Adrian Werum
Website Musikakademie Alteglofsheim
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